Das Bindegewebe – ein vielseitiger Therapieansatz

Das Bindegewebe – ein vielseitiger Therapieansatz

Das Bindegewebe – ein vielseitiger Therapieansatz

Warum ist es manchmal so schwer, den Grund für eine Lahmheit heraus zu finden?
Warum gibt es wandernde Schmerzen?
Und warum kann die Ursache einer Lahmheit an einer anderen Stelle als der Schmerz liegen?

Das BINDEGEWEBE hat verbindende, stützende und schützende Funktion, Abwehrfunktion und Transport- und Ernährungsfunktion. Es ist also ein sehr wichtiges Organ im Körper!
Es besteht aus Zellen und der Extrazellulären Matrix (EZM), die die Zellen ernährt und dem Gewebe sein Volumen gibt. Der natürliche physiologische Zustand der EZM ist solartig, was wichtig für störungsfreie Prozesse und Funktionen und somit für die Gesundheit ist.
Die EZM ist sozusagen die Transitstrecke zwischen den Zellen und ihr Zustand entscheidend für die Kommunikation der Zellen untereinander
Wenn Muskulatur sich durch Verletzung, Streß oder Überforderung verspannt, wird durch den hypertonen Muskel auch das umliegende Gewebe schlechter durchblutet. Im 1. Stadium dieser Prozess-Störung kommt es durch die Ischämie und den damit verbundenen Sauerstoffmangel zu einer Gelose der EZM. Die Ernährung der Zellen ist nicht mehr möglich und Stoffwechselendprodukte können nicht mehr ausreichend abtransportiert werden. Dadurch vermüllt die EZM immer weiter und im 2. Stadium kommt es dann zu Entzündungen und fibrösem Gewebe. Und da sich das Bindegewebe als Faszie durch den ganzen Körper verteilt und jedes Organ umhüllt und durchzieht, setzt sich auch die Störung wie eine Kette immer weiter fort. Dadurch kann der Schmerz dann auch wandern.
Wenn dieser Zustand länger bestehen bleibt, kann es zu einem Strukturschaden im Gewebe kommen und diese sklerotische Degeneration ist dann irreversible (3. Stadium)!
An der Extrazellulären Matrix, der Transitstrecke als kleinste regulatorische Funktionseinheit im Körper, setzt also die Therapie an.
„Die Krankheit beginnt mit der Insuffizienz des regulatorischen Apparates.“ Rudolf Virchow 1868
Die MATRIX-RHYTHMUS-THERAPIE bewirkt hier eine neuromuskuläre Stimulation durch Strömungsimpulse in die EZM. Sie arbeitet dabei im physiologischen Frequenzbereich zwischen 8 und 30 Hz. Das venöse und lymphatische System wird so wieder angeregt, Stoffwechselprozesse können wieder störungsfrei ablaufen und die EZM wandelt sich wieder vom Gel zur Sole, so dass die Zellen wieder natürlich schwingen und kommunizieren können.
Durch die Aktivierung der Mechanorezeptoren, die auf Druck reagieren, werden außerdem die Nozizeptoren, die für den Schmerz verantwortlich sind, gedämmt.
Verklebungen im Gewebe werden gelöst und Schmerzen verschwinden.

Aber Vorbeugung ist immer noch die beste Therapie.
Sowohl die Ernährung, als auch Haltung und Training haben großen Einfluß auf das Bindegewebe!
Die Grundsubstanz des Bindegewebes besteht aus Glykosaminoglykanen, einem Polysaccharid (beispielsweise Hyaluronsäure), und Proteoglykanen (Kohlenhydratmoleküle). Der wichtigste Reiz zum Aufbau für diese Grundsubstanz ist die Belastung des Gewebes!
Streß und Kortison hemmen die Produktion!
Fehlbelastungen und Traumata aktivieren sogar den Abbau.
Ein geringerer Anteil an Grundsubstanz bedeutet eine herabgesetzte Belastbarkeit des Bindegewebes! Und zum Bindegewebe gehören auch Bänder, Sehnen, Kapseln, Knochen etc. Ein Mangel an physiologischen Reizen führt immer zur Degeneration des Bindegewebes!
Das gilt es schon bei der Fohlenaufzucht, aber auch bei der Haltung unserer Pferde zu berücksichtigen!

Text © Tanja Feisel